Deutsche Jugendmeisterschaften vom 18.7.-20.7.08 in Berlin

Sucht man momentan den Markt Schwabener Leichtathleten Florian Föstl, so muss man wohl im siebten Himmel nachsehen. Irgendwo dort muss sich der Gymnasiast des Franz-Marc-Gymnasiums befinden und sich glücklich in einer Ecke ausruhen von den Anstrengungen, die ihn zwei große Sportevents in den letzten Tagen gekostet haben.

Zunächst standen für den 17-Jährigen Athleten der Leichtathletikgemeinschaft Sempt die Deutschen Jugendmeisterschaften in Berlin auf dem Programm, bevor es am Dienstag mit der Schule zum Landesfinale „Jugend trainiert für Olympia“ nach Ingolstadt ging. Beide Male endete der Wettkampf für den Landkreisathleten mit einem Paukenschlag. 

  Für den bayerischen Vizemeister über 100 und bayerischen Meister über 200 Meter stellten die Meisterschaften in Berlin die ersten nationalen Titelkämpfe dar. Nach dem Sieg seines Vorlaufs in 11,06 Sekunden trotz Gegenwindes von einem Meter schob sich Föstl souverän in den Zwischenlauf. Dort musste er mit 25 weiteren Sprintern um den Einzug ins Finale kämpfen. Acht Plätze waren zu vergeben, als Achtbester schob sich Föstl mit 11,05 Sekunden in den ersehnten finalen Durchgang. Er lag dabei gerade einmal ein Hundertstel vor Manuel Sirch, dem Athleten aus Schwabmünchen, der als bayerischer Meister in der Disziplin angetreten war.

  So knapp, wie der Einzug ins Finale war, so knapp ging es dann auch dort her: Während die Athleten der Plätze eins bis vier auf Zeiten von 10,86 bis knapp unter elf kamen, lagen die Ergebnisse der Ränge fünf bis sieben mit zwei Mal 11,03 Sekunden und einmal 11,04 Sekunden äußerst dicht beieinander. Erst mittels des Zielfotos wurde entschieden, dass Föstl als Erster des Trios ins Ziel gesprintet war und sich somit als Gesamtfünfter platzieren konnte.

  Den größten Erfolg in seiner bisherigen Karriere in der Tasche, trat der Semptler tags darauf über die halbe Stadionrunde an. Hier kam man sich ein wenig wie im Glücksroulette vor, denn die vorgeschriebene Qualifikationsregel, dass sich nur der jeweils Erste aus jedem Vorlauf sowie ein weiterer Zeitschnellster für das A-Finale qualifizieren würden führte dazu, dass die Stärke der Vorläufe alles entscheidend war. Föstl erwischte prompt einen sehr gut besetzten Vorlauf und wurde trotz seiner 22,25 Sekunden nur Dritter, während ein anderer Erstdurchgang mit 22,58 Sekunden gewonnen wurde. Da auch andere Athleten mit dem gleichen Dilemma zu kämpfen hatten, waren die Ergebnisse des B-Finals bis auf die Plätze eins und zwei durchaus vergleichbar mit dem A-Finale. Föstl kam auf 22,39 Sekunden und wurde damit Vierter.

 

ks